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Warum meine Vorsätze jahrelang für die Katz waren

Aktualisiert: 24. Jan.

Vorsätze

Zum Jahreswechsel habe ich mir bewusst Zeit genommen, um auf das Jahr 2025 zurückzublicken. Ich wollte mir anschauen, was gut lief, was schwierig war – und vor allem, was ich im Jahr 2026 ändern, beibehalten oder neu beginnen möchte.

 

Dafür habe ich mir sechs Fragen gestellt (inspiriert von Mel Robbins):

  • Was waren die Tiefschläge im vergangenen Jahr?

    (Falls das Gedächtnis streikt: Der Kalender hilft)

  • Was waren die Höhepunkte im vergangenen Jahr?

  • Was habe ich gelernt?

  • Was werde ich nicht mehr machen?

  • Was werde ich fortführen?

  • Was werde ich neu beginnen und in mein Leben integrieren?

 

Soweit, so gut.

 

Beim Zurückblättern in meinem Tagebuch kam dann allerdings die Überraschung: Ich hatte exakt dieselbe Übung bereits Ende 2024 gemacht. Dieselben Fragen. Dieselbe Reflexion. Und trotzdem konnte ich mich an nichts mehr erinnern; geschweige denn daran, was ich mir für 2025 vorgenommen hatte.

 

Die Erkenntnis war ernüchternd: Die ganze Übung war… für die Katz.


Ziele; Vorsätze; Umsetzen; Erfolg

 

Wie konnte das passieren? Ganz einfach: Man setzt sich Ziele und ignoriert sie dann gefliessentlich über geschlagene zwölf Monate hinweg. Oder man vergisst sie schlicht. Das könnte natürlich auch einfach am Alter liegen… Wer weiss.

 

Wie auch immer, die wichtigste Frage ist: Wie kann ich es dieses Jahr besser machen?

 

Zuviel ist manchmal einfach zu viel

Beginnen wir von Anfang an. Ich habe mir meine verschiedenen Lebensbereiche angeschaut und für jeden mehrere Ziele notiert. Das Resultat: eine lange Liste. Zu lang. Zu unübersichtlich. Wenn ich ehrlich bin, war ziemlich schnell klar, dass ich unmöglich alles umsetzen kann.

 

Doch woher weiss ich eigentlich, wann "zu viel" wirklich zu viel ist?

 

Zeit als begrenzte Ressource

Zeit ist kostbar und vor allem endlich. Deshalb habe ich mir ein Zeitbudget erstellt. Mein Tag hat, wie bei den meisten Erdenbewohnern, 24 Stunden. Acht davon möchte ich idealerweise für Schlaf reservieren. An perfekten Tagen zumindest.

 

Bleiben 16 Stunden.

 

Davon gehen wiederum einige für Essen, Pendeln, Arbeiten und Haushalt drauf; all jene Aktivitäten, die zu einem normalen Tag dazugehören. Was danach übrig bleibt, ist die Zeit, die mir tatsächlich für zusätzliche Aktivitäten zur Verfügung steht.

 

Überblick schafft Klarheit

Es hilft enorm, schwarz auf weiss zu sehen, wofür wie viel Zeit benötigt wird. Mit einer Tagesübersicht lässt sich gut ausprobieren, wo sich Abläufe optimieren lassen. Vielleicht nicht jeden Tag, aber an manchen.

 

Ein kleines Beispiel: Sofern ich mich nicht gerade einer Fastenkur unterwerfe, esse ich mehrmals täglich. Das kostet Zeit, vor allem die Zubereitung. Wenn ich jedoch jeweils für zwei Tage vorkoche, spare ich mir das Kochen an jedem zweiten Tag – und gewinne Zeit für anderes.

 

Prioritäten statt schlechtes Gewissen

Da Zeit begrenzt ist, werde ich nicht alles umsetzen können. Umso wichtiger ist es, meine Prioritäten zu kennen, damit ich mich für das Richtige entscheiden kann (Peter Drucker lässt grüssen). Dabei helfen mir Fragen wie:

  • Wenn ich nur ein Ziel wählen könnte, was wäre es?

  • Was liegt mir besonders am Herzen?

  • Worauf könnte ich verzichten?

  • Worauf nicht?

  • Für welche Menschen möchte ich mir immer Zeit nehmen?

 

Sind diese Prioritäten geklärt, wird Entscheiden leichter. Dann weiss ich, welche Aktivitäten verschoben oder gestrichen werden können und welche nicht verhandelbar sind.

 

Prioritäten sind kein Korsett, sondern ein Kompass.

 

Die Not-to-do-Liste

Neben To-do-Listen gibt es auch etwas sehr Befreiendes: eine Not-to-do-Liste. Sie hilft dabei, unnötige Zeitfresser zu erkennen und bewusst zu vermeiden – zum Beispiel endloses Reels-Schauen.

 

Alternativ kann man sich auch klare Zeitlimits setzen: 15 Minuten Scrollen, Wecker stellen, dann Schluss.

 

Planung macht Ziele greifbar

Planung bedeutet, die Zukunft in die Gegenwart zu holen, damit man schon heute an ihr arbeiten kann (von Alan Lakein).

 

Ein guter Plan gibt Orientierung und Struktur – und gehört schriftlich festgehalten. Hilfreich sind dabei Fragen wie:

  • Welche Ziele möchte ich diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr erreichen?

  • Welche Aufgaben gehören dazu?

  • In welche Zwischenschritte lassen sich diese Aufgaben unterteilen?

  • Wann werde ich welche Schritte angehen?

 

Da nicht jeder Wochentag gleich ist, kann es sinnvoll sein, für jeden einzelnen Tag ein eigenes Zeitbudget zu erstellen. Alles nur im Kopf zu behalten funktioniert selten. Erst auf Papier wird es verbindlich.

 

Kleine Schritte statt grosser Frust

Wir überschätzen oft, was wir in einem Jahr erreichen können, und unterschätzen gleichzeitig, was in wenigen Monaten möglich ist. Deshalb lohnt es sich, grosse Ziele in kleinere Teilschritte zu zerlegen.

 

Wenn ich zum Beispiel aktuell gar keinen Sport treibe, mir aber vornehme, Marathonläuferin zu werden, ist Frust beinahe vorprogrammiert. Tränen und demotiviertes Aufgeben inklusive. Wird das Ziel jedoch heruntergebrochen, entstehen erreichbare Etappen. Zum Beispiel: In zwölf Wochen fünf Kilometer joggen können. Danach Schritt für Schritt mehr.

 

Regelmässig überprüfen

Damit Ziele nicht still und leise im Sand verlaufen, plane ich neuerdings quartalsweise eine Zwischenevaluation ein. Diese Termine lege ich im Voraus fest.

 

Vielleicht stelle ich dabei fest, dass ich Ziele anpassen oder sogar komplett ändern muss. Das ist kein Scheitern – das ist Leben. Indem ich meinen Plan überarbeite, bleibe ich in Bewegung und auf Kurs. Oder merke rechtzeitig, dass ein Kurswechsel nötig ist.

 

Erfolge feiern - auch die kleinen

Vielleicht werde ich am Ende keine Marathonläuferin. Aber ich werde Zwischenetappen erreichen. Das allein bedeutet schon Entwicklung und einen riesigen Fortschritt. Hey, vom Couch-Potato zur Sportlerin zu werden, ist keine Kleinigkeit. Das darf gefeiert werden.

 

Und wer weiss: Vielleicht klappt es ja doch mit dem Marathon. Umso besser. Let’s party!

 

Moment … Marathonläuferinnen leben ja bekanntlich sehr gesund. Also vielleicht doch nur eine kleine Party.

 

Ermutigung zum Schluss

Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang – die Vergangenheit – ändern. Aber du kannst jetzt beginnen, das zukünftige Ende bewusst mitzugestalten.

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